Wos d'Weibaleit trogn

Richtlinien für die Steirische Frauentracht


Wie es in unserem Leibliadl so schön heißt: "... und d'saubern Weibaleit san unsa Freud!"  Vielleicht gibt es auch deshalb bedeutend mehr Frauentrachten als Männertrachten in unserem Land.

Die Frauen- und Mädchentracht in unserer Steiermark besteht im wesentlichen aus dem Leibkittel - bestehend aus ärmellosem Leibchen und Kittel - und (darunter) dem ursprünglichen "Hemd", heute Bluse genannt, der Schürze, den Strümpfen und Schuhen. Dazu kommt bei der Sonntagstracht meist ein seidenes Brust- oder Halstuch. Als Kälteschutz trägt man ein trachtliches "Strickjackerl" oder eine Joppe, überlieferungsgemäß ergänzt durch Kopftuch oder niederen Filzhut ("Reindlhut"). Oder man wählt aus Überkleidung einen Spenser, der kürzer und meist tiefer ausgeschnitten als die Joppe ist. Die Festtracht ergänzt man - so sollte es zumindest sein - durch Häubchen oder Haube. Schwarzes Kopftuch und Steirerhut sind in besonderen Fällen (Ausseer Tracht, Steirerkostüm) angebracht.
Grundsätzlich ist in der weiblichen Trachtenkleidung auf Längsbetonung (in Schnitt, Auszier und Musterung) zu achten, dann ist sie kleidsam auch für all jene sauberen Weibaleit, deren Formen Rubens schon verherrlicht hat.

 

Trachtlich richtig


Grundsätzliches:
Auswahl der Tracht zumindest aus dem heimatliche Großraum (z.B. oberes Murgebiet, Ennstal, Obersteiermark, Oststeiermark, Weststeiermark) oder im ganzen Land gültige Tracht.
Schnitt und Farben in Übereinstimmung mit Figur, Haar- und Gesichtsfarbe der Trägerin. Muster von Leib, Kittel und  Schürze mit Kontrast, auch in Farben (z.B. karierter Leib, geblumter Kittel oder glatte Schürze) oder gemusterte Schürze, Streifen immer senkrecht (bei Kittel oder Schürze), oder gemusterter Seidenleib, glatter Wollkittel, gestreifte Schürze.

Halstuch:
Seide mit oder ohne Lang-fransen, stilisierte Webmuster oder Handdruck; entweder vorne und hinten über das Leib-chen fallend (an den Enden unten zusammengefaßt) oder vorne und hinten in den Leib-chenausschnitt eingesteckt (bei allen Leibchen mit Ausschnitt-verzierung).

Schmuck:
Silber, stilisierte; Muster; zur Festtracht auch Gold- und Granatschmuck.

Strümpfe:
Wolle, Garn, Kunstfaser; weiß, hell- bis dunkelblau, grau, lila, lavendelblau; landschafts-gebunden (Weststeiermark) auch weinrot; grau und grün zu Kostümen.

Schuhe:
Schwarz mit niedrigem oder halbhohem Absatz, mit oder ohne Schnalle, geschlossener Schlüpfer.

Kopfbedeckung:
Zur Festtracht Frauenhaube für Frauen, Bodenhaube für Mädchen, Strohhüte (Alltags-tracht), gefüttert zu landschaft-licher Sonntagstracht; "Murtaler Reindl"; schwarzes Seidenkopf- tuch (z.B. zu Ausseer Gewand oder Mürztaler Tracht).

Überkleider:
Spenser aus Seide, Tuch, Samt; Joppe aus Loden, Tuch oder Samt; Strickweste in natur oder dunklerer Farbe, auch schwarz oder grün; grüner oder grauer, auch brauner Lodenmantel, Wetterfleck, Dreiecktuch aus Wolle (dunkel oder silbergrau, auch bräunlich).

Taschen:
Flechtarbeiten, Stoffbeutel (Leinen oder Stoff der Festtracht, Samt), Wild- oder Rauhleder

Trachtlich unrichtig


Grundsätzliches:
Tracht aus relativ weit entfernt liegenden Landesteilen (z.B. "Wechselgau-Dirndl" in Murau, Gailtaler-Dirndl in Deutschlands-berg, "Mürztaler" Tracht in Leibnitz, etc.). Jedoch auch ortsgebundene Schnitte oder Farben, die der Trägerin schlecht stehen.
Gleiche Muster in verschiedenen Farben bei Leib, Kittel, Schürze. Gleiche Farbe bei verschiedener Musterung von Leib und Kittel (einige Festtrachten ausgenommen); gestreifter Leib, Rüschen bei Waschstoffdirndln; bodenlange Waschstoffdirndln.

Halstuch:
Kunstseide, naturalistische Muster (z.B. Alpenblumen; hinten über den Ausschnitt fallend und dabei vorne in das Leibchen eingesteckt; breit über die Achseln fallend ("Zigeunerlook"), den verzierenden Ausschnitt der Sonntags- oder Festtagstracht verdeckend.

Schmuck:
Nachbildungen aus minder-wertigem Material, Hirschhorn, Almblumen in Glas gefaßt oder naturalistisch dargestellt.

Strümpfe:
Durchsichtig, glänzend, rosa, rot (außer weinrot zur weststeirischen Alltagstracht); Sockerln.

Schuhe:
Farbig oder weiß (Ausnahme bei Hochzeitskleidern); Form zu modisch(zehen- oder fersenfreie Form, zu hoher Absatz).

Kopfbedeckung:
Modische Kopftücher und Hüte im "Trachtenlook"; unsteirische Haubenformen, Goldspitzhaube zu unfestlicher Tracht, gleiß- ender unechter Flitter auf Hauben.

Überkleider:
Rot und grün oder nur rot eingefaßte Strickjäckchen, grell rote oder buntbestickte Strickwesten, modische Jacken, Stola aus Lurexstoffen oder grellen, glänzenden Stoffen.
Strickwesten, modische Jacken, Stola aus Lurexstoffen oder grellen, glänzenden Stoffen.

Taschen:
Modetaschen, Plastiksäcke. 

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